Hejsan igen!
Da sind wir wieder. In den Händen haltet Ihr „Åtömström 2“, den Nachfolger zu unserer letztjährigen Compilation (ratet mal) „Åtömström“.
Ja, es ist erst ein Jahr her, aber der durchschlagende Erfolg des ersten Teils hat uns ermutigt, jetzt schon nachzulegen.
Aber für die, die eben erst zugeschaltet haben, hier eine kurze Zusammen-
fassung des bisherigen Spielverlaufs.
Punkt 1: Schweden. Nicht nur das Land, in dem Henke Larssons Flugkopfbälle und Zlatans Hackentricks erfunden wurden, nicht nur das Land der weiten Wälder, durch die Elche und Rentiere streifen - Wälder, die wir (wenn wir schon bei den Klischees sind) daheim zu neuen Kombinationen zusammenbauen und die fehlende Schraube verfluchen.
Nein, Schweden ist auch das Land, aus dem unfassbar viel Musik kommt. Jemals da gewesen? Schweden ist einfach vollgestopft mit Musik! Es gibt dort ungefähr so viele Musikinstrumente-Läden wie es bei uns Schuhgeschäfte gibt. Jeder Schwede scheint ein Instrument zu spielen,
ist Mitglied in einer Band (oder acht).
Ein typische Satz einer schwedischen Band lautet z.B. „Unser T-Shirt-Verkäufer schreibt auch Songs, soll er dir mal sein Demo geben?“
Wir wollen ehrlich sein, aus Schweden kommt auch viel fürchterliches Zeug. Aber die schiere Masse an Musik sorgt dafür, dass auch verdammt viel Großartiges entsteht. (Wir konzentrieren uns, Überraschung, auf das letztere Segment.) Was dafür sorgt, dass sehr viele schwedische Bands internationale Erfolge feiern. Andere Künstler wieder kriegen nicht annähernd die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht.
So viel zu Schweden. Jetzt zum Atomic Café.
Wenn Du jemals in München warst und Dich abends inmitten der Innenstadt in einem schicken Club mit Swingin‘ Sixties Atmosphäre wiederfandest, dann Gratulation, der Türsteher hat dich ins Atomic gelassen.
Wenn Du Dich in dieser Nacht gewundert hast, warum der DJ so verdammt viel Gitarrenmusik in einer Sprache spielte, die definitiv weder englisch noch deutsch noch französisch war, dann hast du vermutlich einen Åtömström-Abend erwischt. Einen der Abende, an denen
DJ Henning Furbach (also, ähem, meine Wenigkeit) nur schwedische Musik auflegt. Wo er die Hits der Hives, Cardigans, Soundtrack Of Our Lives, Caesars und Mando Diao spielt, aber auch Neulinge wie Timo Räisänen und Eskju Divine rauskramt und schwedisch singende Künstler wie Alf, Håkan Hellström, Kent und Magnus Carlsson vorstellt.
Diese Clubnacht fand letztes Jahr ihre Entsprechung in der CD ”Åtömström“. Nun hat die Kopplung einen Bruder, „Åtömström 2“.
Und wieder haben wir bekannte und beliebte Schweden mit Neulingen und Künstlern für Liebhaber gemeinsam auf eine Disk gepresst. Wobei unser Auge immer auf „den Song“ gerichtet war.
Wir haben im Vorfeld überlegt, ob wir uns diesmal auf Bands beschränken sollen, die noch nicht nicht auf Teil eins vertreten waren, uns aber dagegen entschieden.
Es geht hier schliesslich nicht darum, damit zu posen, wer die unbekanntesten Combos ausgraben kann. Dies ist eine Compilation, die funktionieren soll, weil die Lieder auf ihr allesamt toll sind.
Eine Compilation, die man begeistert durchhören kann, auch wenn man außer Acht läßt, wo die Bands beheimatet sind. Wir wollten die Sammlung der besten Songs zusammenstellen, deren Rechte wir in die Hände kriegten. Und wenn das hieß, dass manche Band ein zweites Mal dran kam, war das vermutlich nur umso verdienter.
Also hoffen wir einmal mehr, hier mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dem Neueinsteiger eine geeignete Einführung in die schwedische Indie-Musikwelt zu geben, aber auch den Experten zu überraschen.
Deswegen sind nicht weniger als 13
der 23 Titel bisher noch nicht in Deutschland erschienen.
“Candy Kane“ von den Caesars beispielsweise war eine Single ihres nur in Schweden veröffentlichten dritten Albums „Love For The Streets“.
“My Friend And The Ink On His Fingers” von den Shout Out Louds wiederum gilt zwar als Highlight der originalen Schweden-Version ihres Debütalbums, auf der internationalen Veröffentlichung aber fehlt es – was ihr Sänger Adam Olenius heute bedauert, ist der Song doch weiter fest verankert in ihrem Liveset.
Stolz präsentieren wir auch einige deutsche Debüts. Zum Beispiel die ‚Supergroup‘ Vanessa And the Os,
die aus Andreas Mattsson (Popsicle), Niclas Frisk (Atomic Swing), James Iha (Smashing Pumpkins) und Sängerin Vanessa Quinones besteht.
Wir kriegten eine Solo-Single des Weeping Willows’-Sängers Magnus Carlsson (“Elin”). Wir haben (Fanfare!) sogar endlich Schwedens Megastar Håkan Hellström erstmals
für Deutschland ‚frei bekommen‘,
mit seinem No.1-Hit “Kom Igen Lena”. Auch Håkans ehemaliger Gitarrist Timo Räisänens ist mit seinem Knaller
“Lovers Are Lonely” dabei – und das ist erst der Anfang.
Jetzt hoffen wir einfach nur, dass Ihr Euren Spass an 23 Scheiben knusprigen Knäckepops aus Schweden findet.
Und wir möchten allen danken, die uns dabei geholfen haben, diese Platte zu machen. Es hat Spaß gemacht, mit Euch zusammenzuarbeiten und ich hoffe,
es war nicht das letzte Mal.
Hej då och tack för allt,
München, September 2005,
Henning Furbach
On that note: Hej då, Enjoy the music,

Tack så mycket!

Zusammenstellung: Henning Furbach
Mastering: Telstar Studio
Graphics: S.P.E.C.T.R.E.
Photos: Christian Heine
Project Management: Anusch Mehdizadeh
Vertrieb: Groove Attack